|
05.09.2004 – letzter Testlauf vor dem Berlin Marathon
Dass Christian und ich den Halbmarathon in Altötting laufen haben wir erst ein paar Wochen vorher entschieden, allerdings wollten wir uns auch nur nachmelden, wussten wir ja nicht, wie uns der Bierathlon schadet ;-).
Nachdem dieser aber überhaupt kein Probleme darstellte und ich bis Altötting schon 65km in der Woche gelaufen bin war ich optimistisch, mal wieder eine gute Zeit auf die 21,1km zu laufen.
So hieß es dann am Sonntag morgen um 6 Uhr aufstehen, da wir bereits um halb 7 losfahren wollten. Bei dichtem Nebel und Autofahrer vor uns, die teilweise nur 40km/h gefahren sind, sind wir dann um 7.20 Uhr in Mühldorf angekommen, wo wir Doris, eine bekannte von Christian abholten. Daraufhin ging es weiter nach Altötting, was wir 15 Minuten später erreichten. Wir haben dann gleich einen Parkplatz gefunden und haben uns daraufhin angemeldet. Ich bekam die Startnummer 1430, dazu noch eine kleine Tasche und eine Flasche Rotwein (schon die 3. in diesem Jahr *grins).
Der Start war für 10.15 Uhr angesetzt, so hatten wir mal wieder sehr viel Zeit und so gingen wir drei ein bisschen durch die Stadt durch und schauten uns das Start/Zielgelände an. So um 8.30 Uhr sind wir dann wieder zum Parkplatz und haben uns umgezogen und haben im 10 Minutentakt alle die Toiletten aufgesucht. Um halb 10 hab ich mich dann etwas warmgelaufen und gedehnt und wir sind dann wieder zurück zum Startbereich, wo dann um 10 Uhr noch ein Aufwärmprogramm stattfand, bei welchem wir nicht mitmachten, denn warum sollten wir uns schon vor dem Lauf verausgaben. Noch einmal kurz aufs Klo und dann um 10.10 dem Start entgegengefiebert. Von der Zeit her wollte ich auf jeden Fall unter 1:45 laufen. Bestzeit sollte nicht drin sein, dafür war es deutlich zu warm, bereits am Start hatte es etwas über 20°.
Der Start
Pünktlich um 10.15 Uhr war dann der Start. Es ging dann auch recht flott los und alle anderen liefen schon los, bevor sie überhaupt die Startlinie überliefen. Ich ging noch ganz locker, hab mich nicht zum laufen verführen lassen, erst auf der Startlinie ging es dann auch für mich los. Startknopf auf der Uhr gedrückt und los ging es.
Ich hab dann gleich von Anfang an mein Tempo gefunden, ein paar haben mich noch überholt, allerdings nicht mehr recht viele. Der Pacemaker von 1:45 Stunden war ca. 100 Meter vor mir, den wollte ich noch vor dem Wald hinter mir haben, welcher nach 3km beginnen sollte. Den ersten km lief ich dann in 5:09 Minuten, habe schon ca. 50 Meter auf den Pacemaker aufgeholt, was hieß, dass er etwas zu langsam unterwegs war, sollte er doch einen Schnitt von 5min/km laufen. Auf dem 2.km konnte ich dann nicht viel aufholen, meine Zeit betrug dann 4:51, also war ich gut in der Zeit. Wir liefen in der Prallen Sonne, ich musste schon gut schwitzen, aber es war ja nur noch 1km bis zum Wald, dort sollte es dann auch kühler werden. Kurz darauf kam ich dann neben den Pacemaker und bin dann auch recht flott vorbeigelaufen. Die Strecke war bisher total flach, was auch im weitern Verlauf so bleiben sollte. 4:43 Minuten vergingen dann nur für den 3.km, ich fühlte mich gut, das Tempo wollte ich auf alle Fälle mal so weitermachen.
Nun ging es in den Wald. Da sich die Läuferschlange noch nicht so gut verteilt hat, wurde es doch etwas Eng auf dem Waldweg. 3-4 Läufer konnten maximal nebeneinander Laufen, da ich vom Tempo her doch etwas schneller lief als die anderen, war etwas Zick-Zack laufen angesagt und ab und zu musste ich auch abbremsen. Doch es hielt sich in Grenzen, ich konnte ohne große Umwege mein Tempo beibehalten. Das km4 Schild hab ich übersehen, so stoppte ich dann 9:28 Minuten bei km5, also im Schnitt 4:44 für die letzten beiden km.
Zu diesem Zeitpunkt ging es mir so gut, dass ich sogar ein bisschen an Bestzeit gedacht habe, wenn ich die letzten km mal so richtig Tempo machen würde. Im Wald war es schon etwas kühler als auf der Straße, was meinen Puls etwas beruhigen lassen hat. Langsam aber sicher brauchte ich aber etwas zu trinken. Es hieß dass es 4 Getränkestationen geben soll, doch nach 6km (4:42 Minuten) war noch immer nichts zu sehen.
Erst kurz vor dem 7km Schild war dann endlich Verpflegung zu fassen. Ich schüttete mir einen Becher über das Gesicht und einen weiteren habe ich dann getrunken. 4:41 Minuten benötigte ich dann für diesen 7.km, trotz trinken (was ich im laufen gemacht habe).
Jetzt liefen wir durch ein etwas offeneres Waldstück, in dem auch gleich wieder die Sonne kam. Ich drosselte deshalb etwas das Tempo, und hab dann 4:53 für diesen km gebraucht. Dann wieder im Schatten ging es mit 4:41 gleich wieder flott weiter. Mittlerweile musste ich nicht mehr so stark überholen, da ich langsam aber sicher in den Läuferbereich kam, die mein Tempo liefen. 4:50 Minuten vergingen für km9, ich fühlte mich immer super.
Nun musste ich aber schon seit 2km pinkeln, dies tat ich dann kurz vor der nächsten Verpflegung, habe dann für diesen km 5:12 (inkl. Pinkeln und Trinken) gebraucht. Hab dann aber mein Tempo gleich wieder angezogen und hab den Schnitt mit 4:44 wieder etwas runtergebracht. Nun hatte ich auf einmal etwas Darmprobleme und ich merkte, dass ich das Tempo aufgrund dessen nicht mehr so hoch halten kann. Ein 5:05km gefolgt von einem 5:04er zeigte auch, dass es nun etwas schwerer ging. Das war jetzt natürlich blöd, da es mir bis dahin sehr gut ging und ich sonst keine Probleme hatte. Ich versuchte noch mal das Tempo etwas zu erhöhen, was mir mit einem 4:51er km gelang, doch gleich darauf wurde es mit 5:12 schon wieder langsamer. Jetzt hieß es also doch wieder, unter 1:45 zu bleiben, na ja egal, Bestzeit hatte ich eh nicht angestrebt. Doch einen 5er Schnitt wollte ich jetzt auf jeden Fall noch nach Hause laufen. So konnte ich die km 17 und 18 nochmals beide knapp unter 5 Minuten laufen. Ungefähr bei km 19 (5:17 Minuten) ging es dann wieder raus aus dem Wald, über eine kleine Brücke und es war schon laute Musik zu hören, was bedeutete, dass wir schon nicht mehr so weit zum Ziel hatten. Ich wusste dass ich unter 1:45 ins Ziel kommen werde, habe deshalb das Tempo nicht mehr unnötig erhöht. Ein paar Läufer haben mich zwar jetzt überholt, doch ich bin lockeren Schrittes weitergelaufen, hab für den 20.km 5:11 Minuten gebraucht, was ok war, denn jetzt liefen wir ja auch wieder in der Sonne und es hatte nun schon ca. 25°.
Die letzten 1,1km hab ich dann noch ganz leicht das Tempo erhöht. 500 Meter vor dem Ziel ging es durch einen Torbogen und das Ziel war schon gut zu erkennen. Hier waren auch einige Zuschauer (im Wald waren auch vereinzelt ein paar Gruppen). Ich erhöhte noch mal ganz leicht das Tempo, so wollte ich dann ins Ziel laufen, ohne Schlussspurt. Jetzt waren es noch 100 Meter, die Stimmung war klasse, ich habe es genossen. 20 Meter vor dem Ziel sah ich auf die Uhr mit der Bruttozeit – 1:44:55 – war zu erkennen. Naja, Brutto unter 1:45 wollte ich dann noch schaffen, so bin ich die letzten paar Meter noch mal Vollgas gelaufen, was die Zuschauer, samt Kommentator am Mikro, noch einmal richtig zum Jubeln gebracht hat. Den Spurt musste ich aber nicht büßen, war zwar deshalb doch kurzzeitig ziemlich fertig, doch es hielt sich in Grenzen. Mir wurde dann noch eine schöne Medaille überreicht und dann hab ich mich sofort auf die Suche nach einem Dixi-klo gemacht, was zum Glück gleich neben dem Ziel stand und auch noch frei war.
Danach habe ich mir eine Flasche Wasser und ein Stück Kuchen besorgt und bin darauf Christian und Doris entgegengegangen. Sie wollten so auf 2:10 Stunden ins Ziel kommen. Kurz vor dem km20 Schild blieb ich dann stehen, musste noch ca. 5 Minuten warten und dann kamen die beiden auch schon. Die Wasserflasche tat beiden gut und ich bin den km noch mitgelaufen. Am Ende kamen sie mit einer Zeit von 2:18 Stunden ins Ziel. Für Doris war es der 1. Halbmarathon und sie war sehr zufrieden.
Dann gab es noch mal Wasser, Pudding, wir haben etwas geratscht, Daniela noch getroffen, die wir vom Vollmondmarathon kennen und dann haben wir uns noch die Siegerehrung angeschaut, da ich in meiner Altersklasse (MJA) doch des öfteren Glück habe, dass nicht so viele mitmachen und ich unter die ersten 3 komme. Doch erst kam die Wertung des 6km-Laufs dran, was noch eine gute Stunde dauerte.
In dieser Zeit haben wir uns an einem Stand noch den Körperfettanteil messen lassen. Vor 2 Tagen im Studio hatte ich 12% bei einer professionellen Waage. Diesmal war es nur ein Gerät bei dem man die Hände dran halten musste. Es kamen dann 10,3% raus und ich war erstaunt, klar nach so einem Lauf ist der Wert etwas verfälscht, aber dass es doch so wenig ist, ich war beeindruckt ;-).
Um 14.15 Uhr kam es dann endlich zur Ehrung der Halbmarathonis. Nachdem die Frauen an der Reihe wurde es dann langsam ernst. Als dann bei der MJA der 3. platzierte mit einer Zeit von 1:44 aufgerufen wurde wusste ich endlich dass ich dabei war. Ich wurde 2. mit meiner 1:43er Zeit und bekam noch einen schönen großen Pokal (sogar noch größer als der vom Duathlon). Der 1. meiner AK hatte eine Zeit von 1:38, also sogar ein einem Bereich, den ich laufen kann, wenn alles passt.
Danach sind wir noch kurz zu Doris und ihrem Freund, haben einen Eiskaffee bekommen und sind dann nach Hause gefahren.
Fazit:
Schöner Lauf, super Strecke, schön flach und meist durch den Wald. Das Wetter war schön, mit bis zu 25° etwas zu warm. Auf jeden Fall war es ein guter Test für Berlin in 3 Wochen. Jetzt noch 1-1,5 Wochen hart trainieren und dann ist Regeneration angesagt. Übrigens bin ich in dieser Woche mit 88km einen neuen Wochenrekord gelaufen.
Zahlen:
Zeit brutto: 1:44:59
Zeit netto: 1:43:57
Platz AK: 2. von 3
Platz Männer: 492
|